Verein - Ja oder Nein?
von Siegfried Haider, 05.07.2010 (Kommentare: 0)
Die Gründe, warum sich Experten in Vereinen organisieren, sind vermutlich so vielfältig wie die Vereinslandschaft insgesamt. Weil meine Wettbewerber dort auch Mitglied sind, weil es dort gute Events gibt, weil die Stimmung dort cool ist und wir uns alle so lieb haben, weil die auf allen Messen sind, weil mich dort Kunden entdecken, weil ich mit der Mitgliedschaft werben kann uvm.
Das sind alles nachvollziehbare Gründe, allerdings lassen sich nahezu alle Gründe auf zwei wesentliche sinnvolle Motive für eine Vereins-/Verbandsmitgliedschaft zurückführen. Experten wollen durch ein Investment in einen Verein
- besser werden und
- mehr Aufträge und Umsatz erzielen.
Ist das so? Meine Beobachtungen bestätigen das, wobei natürlich der Wohlfühl- und Community-Effekt gerade bei den Einzelkämpfern "Experten" schon auch zählt. Und wobei natürlich die Experten, die gar nicht wissen, warum sie im Verein X oder Y sind, auch nicht wenige sind.
Es ist aber leider auch häufig so, daß zu viele Experten davon überzeugt sind, daß sie schon gut genug sind, nicht mehr besser werden müssen/können und der Verein jetzt gefälligst für die neuen Aufträge sorgen soll - wofür bezahl ich denn sonst? Möglichst noch mit ganz individueller Promi-Betreuung. Ja - das ist überspitzt, aber als jemand, der einen Verein gegründet hat, darf ich sagen: So ähnlich hab ich das zu häufig erlebt, leider auch nicht selten in dieser Überspitzung.
Wann also macht eine Vereinsmitgliedschaft, die ja auch viele als "ehrenamtliches Engagement" bezeichnen, wirklich $inn? Hier eine kleine Basis-Checkliste für Ihre Entscheidung:
- Sind Sie schon so aufgestellt, daß bei 10 Kontakten zu potenziellen Kunden durchschnittlich mindestens ein bis zwei Aufträge entstehen, werden Sie schon ausreichend oft automatisch weiter empfohlen (wobei es auch hier bei Vereinen oft "Einsteiger-"Mitgliedsarten gibt)?
- Wollen und können Sie Geld in einen Verein investieren (oder sollte das Geld nicht erst in andere Optimierungsbereiche gesteckt werden - siehe 1.)?
- Wollen und können Sie Zeit investieren, um in einem Verein auch persönlich sichtbar und aktiv zu sein?
- Bietet der Verein für Sie attraktive hochkarätige Weiterbildungs-Möglichkeiten?
- Bietet der Verein Möglichkeiten, über den Tellerrand hinaus zu denken, also Innovationsquellen?
- Sind in dem Verein mindestens ein Drittel der Mitglieder, die erfolgreicher sind als Sie, von denen Sie gerne lernen wollen?
- Spricht der Verein, dem Sie beitreten wollen, Ihre Zielgruppe an? Oder potentielle Empfehlungsgeber?
- Hat der Verein eine professionelle Historie und genügend Referenzen?
- Hat der Verein eine solide finanzielle Basis, damit auch Handlungsmasse und wiederum damit eine aktive, professionell und serviceorientiert geführte Geschäftsstelle?
- Ist der Verein im Markt sichtbar, sehr gut positioniert (gehört zu den Top3 des Marktes) und führt er regelmäßig Maßnahmen durch, diese Positionierung mit einer Mindest-Interessenvertretung zu festigen und auszubauen?
Je mehr Ja's Sie bei dieser Liste finden, desto eher sollten Sie zu einer Vereinsmitgliedschaft Ja sagen. Suchen Sie sich aber bitte maximal zunächst nur einen Verein aus (die Nr. 1), in dem Sie richtig Gas geben, sich engagieren, vielleicht sogar ein Amt oder prominente Projekte übernehmen. Wenn Sie dort bekannt sind, machen Sie das gleiche bei Verein auf Position Nr. 2. Mehr Networking in Vereinen muß meistens nicht sein.
Dabei noch ein Tipp: Wenn ein Verein, dann nehmen Sie als Experte erst einen Verein, in dem Ihre Zielgruppe anzutreffen ist (Ihre Käufer, die Endkunden). Also die Vereins-Nr. 1 in Ihrem Zielmarkt. Dann erst engagieren Sie sich im Verein Nr. 1 in Ihrer Branche, wo Sie Kollegen finden, die Sie hoffentlich gern und häufig weiter empfehlen.
Sie wundern sich vielleicht, warum dieser Blog-Eintrag unter "Weiterbildungs-Tipps" gelistet ist und nicht unter Experten-Positionierung oder -Marketing. Die Antwort ist einfach: Ich kenne viel mehr Experten, die durch Vereine als Experten richtig dazu gelernt haben, als solche, die in Vereinen erfolgreich akquiriert haben. Noch besser: Die, die sich von den Vorbildern und anderen enorm haben inspirieren lassen und diese neuen Erkenntnisse professionell umgesetzt haben, haben DADURCH ihr Business vervielfacht - ohne "Klinken putzen".
Daher heißt die Devise: Gehen Sie nicht in Vereine mit dem Ziel, Aufträge zu erhalten. Erst geben, dann nehmen. Geben Sie ihre Erfahrungen in den Verein ein, damit andere von Ihrer Erfahrung profitieren können. Lernen Sie gleichzeitig von anderen Erfolgsbeispielen Ihrer Branche. Wenn Sie all das gekonnt umsetzen, bleibt der Return on Vereins-Investment nicht aus.
Ich weiß, daß folgende Empfehlung nicht neutral ist. Aber Sie kommt aus vollster Überzeugung und von Herzen: Wenn es im Experten-Markt (Speaker, Trainer, Coaches, Berater) einen Verein gibt, der - national und international - alle Möglichkeiten für bestes Vereins-ROI bei großem Spaßfaktor bietet, dann die GSA: www.germanspeakers.org.
Und abschließend: Vereine sind nur EIN Weg, um erfolgreicher zu werden. Nehmen Sie sie nicht zu ernst ;-)
Bei Fragen, wie Sie in Vereinen professionell netzwerken, "richtig" geben und dadurch profitieren, kontaktieren Sie uns bitte gern!
Ihr
Siegfried Haider
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