Da müht sich ein Trainer/Speaker vorne ab und viele sehen/hören "nur" zu... was bedeutet das?

Keiner schreibt mit! Frechheit, Klugheit oder...?

von Siegfried Haider, 08.07.2010 (Kommentare: 0)

Keiner schreibt mit! Frechheit, Klugheit oder...? experts4events gibt Tipps...
Keiner schreibt mit! Frechheit, Klugheit oder...? experts4events gibt Tipps

Eines der Hauptprobleme bei Trainings und Vorträgen ist sicherlich, daß zu häufig keiner darauf zurückkommt. Es wird darauf vertraut, daß der Teilnehmer die Verantwortung schon übernimmt, etwas Wertvolles aus dem Gelernten zu machen. Das große Thema Erfolgskontrolle, das ich in anderen Blogeinträgen schon behandelt habe.

Es fragt auch selten jemand, warum ein Teilnehmer keine Notizen macht, denn es könnte ja eine unangenehme Antwort zurückhallen, die niemand hören will.

Und ja - der Trainer oder Speaker bekommt selten die Chance, nach dem Training oder Vortrag die Teilnehmer an die Umsetzungs-Verantwortung zu erinnern und für Return on Investment zu sorgen. Oder er bietet selten etwas an, was daran erinnert bzw. dem Kunden hilft, die Teilnehmer mehr zur Umsetzung zu bewegen.

Aber nur da sitzen und zuhören/zusehen hat oft auch andere Gründe. Der erschreckenste ist natürlich, daß die Teilnehmer vom Trainer/Speaker nicht für das Thema begeistert werden, nicht mitgenommen werden. Entweder weil der Trainer/Speaker nicht die richtigen Motivations- und Nutzenknöpfe drückt (kennt er die (Lage der) Teilnehmer überhaupt?), oder weil er das Thema zu komplex, unzugänglich o.ä. darstellt. Wer das als Grund entdeckt, sollte entweder an seiner Trainer-/Speaker-Kompetenz arbeiten oder den Beruf Trainer/Speaker nicht mehr ausüben.

Ein weiterer Grund für Passivität in der Teilnehmerschaft könnte sein, daß die Teilnehmer in das Event geschickt wurden und selbst keine Ziele mitbringen und verfolgen. Wer als Teilnehmer mit einem Training/Vortrag etwas von A nach B verändern möchte, der ist dabei, hört zu, schreibt mit, stellt Fragen, leuchtet usw. Fragen Sie sich also: Warum sitzen die Teilnehmer dort und was erwarten diese? Machen Sie das ggf. auch zum Thema. Und wenn nötig und sinnvoll: Erhöhen Sie die Einbeziehungen und den Dialog mit den Teilnehmer im Ganzen, um mehr zu erfahren, Passivität zu verdrängen usw. Motivation kommt von "sich bewegen" und der beste Weg, um sich mit etwas zu identifizieren, ist sich aktiv daran zu beteiligen.

Ein weiterer Grund, warum Teilnehmer das Gehörte/Gesehene nicht für später aufschreiben, ist mangelnde Innovation. Wenn Teilnehmer das Gefühl haben, daß Sie 90-99 % des Erlebten so oder so ähnlich schon mal gehört oder gesehen haben und wissen, dann ist das kein Motivator, es (nochmal) aufzuschreiben. Wenn 70-100 % der Teilnehmer eine gerade geäußerte Idee/Aussagen spontan mit einem Aaaah/Ooooh aufschreiben, dann hat der Trainer/Speaker den Bedarf und den Motivationsknopf gefunden und die Teilnehmer "mitgerissen". In dem Fall springen die Freudehormone des Trainers/Speakers im Kreis...

Trainer/Speaker können also im wesentlich durch zwei Elemente überzeugen und begeistern und damit zum weiteren Handeln anregen:

  1. Durch innovative, super tolle, auch überraschende Nutzen-Inhalte, die machbar klingen
  2. Durch eine emotionale, begeisternde Art der Präsentation, die für 1. begeistert

Die Champions-League der Trainer/Speaker bedienen natürlich 1. und 2. Und 2. geht nicht ohne 1., 1. aber (fast) ohne 2. Ich hab schon die tollsten Vorträge gehört, bei denen der Speaker 60 Minuten hinter einem Pult stand und mehr oder weniger abgelesen hat.

Wenn ich einem Trainer/Speaker zusehe, setze ich mich gern in die letzte Reihe oder noch besser auf eine Empore/Galerie, um die Köpfe, Körper und wenn möglich Gesichter zu beobachten. Für mich lassen sich die Reaktionen im Publikum nach Intensität wie folgt darstellen (natürlich nicht in jedem Einzelfall, aber tendenziell):

  1. Keine Reaktion oder Blicke zur Uhr: Der Trainer/Speaker sollte umlernen
  2. Teilnehmer nicken gelegentlich, triften aber immer wieder ab: Der Trainer/Speaker sollte methodisch dazu lernen, gemacht wird nach dem Training/Vortrag meist wenig bis nichts
  3. Teilnehmer machen sich gelegentlich Notizen, kommen miteinander in Kontakt, reagieren da und dort: Der Trainer/Speaker kann noch emotionaler werden, Edutraining (1.+2. von oben) verstärken
  4. Teilnehmer reagieren auch emotional, lachen, sind betroffen, sind voll dabei, werden aktiv: Der Trainer/Speaker spielt schon in der Bundesliga ganz oben und erfüllt seine Aufgabe
  5. Teilnehmer werden zur Fan-Gemeinde für den Experten UND das Thema (folgen willig): Wir reden von einem Top-Trainer/-Speaker, der hoffentlich noch Tools/Verfahren im Gepäck, um die Umsetzung des Gelernten zu fördern.

Gibt es noch andere Gründe, warum Teilnehmer nicht mitschreiben/-machen? Ja natürlich, z.B. ein verlorenes Fußball-WM-Spiel am Vortag, ein Ehekrach zu Hause, eine Erkältung, Streit im Team, eine eben erfolgte Auftragsabsage eines Interessenten, ein Messevortrag mit "genervtem" Laufpublikum uvm. Entscheidend ist jedoch, daß der Trainer/Speaker sich um diese Gründe kümmert und alles aus seinem Werkzeugkasten holt, damit die Teilnehmer trotzdem ins Boot geholt werden.

Nicht alle ins Boot holen können ist okay, sich nicht drum zu kümmern und sich nicht bis wenig darum bemühen bedeutet gelbe oder im wiederholten Fall rote Karte.

Bei Fragen, wie Sie Events so gestalten, daß Teilnehmer ideal vorbereitet und mit großem Wissensdurst in ein Know-how-Event kommen, beantworten wir Ihnen sehr gern. Bei Fragen, wie Sie als Trainer/Speaker Teilnehmer viel mehr emotionalisieren und zur Umsetzung motivieren, stellen wir gerne Kontakt zu unseren entsprechenden Experten her und/oder empfehlen die Teilnahme an der Rossié Speaker Akademie im Herbst 2010. Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse gern!

Ihr

Siegfried Haider

experts4events - die Spezialisten für Marketing & Events!

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