Gastexperten-Tipp 8 von 111: Boris Grundl, wie Sie mit Lob Menschen entwickeln
von Siegfried Haider, 12.05.2010 (Kommentare: 1)
Mit Lob entwickeln Sie Menschen
Es wird oft diskutiert, ob es besser ist, eher viel oder wenig zu loben. Das hängt sicherlich in erster Linie von der Persönlichkeit der Führungskraft und vom individuellen Führungsstil ab. Beides ist vollkommen in Ordnung, wenn es kongruent wirkt. Erfahrungsgemäß loben Führungskräfte aber eher zu wenig als zu viel. Dabei ist das Lob ein mächtiges Hilfsmittel in der Führung von Mitarbeitern. Mit nichts anderem können Menschen so einfach und deutlich gefördert und entwickelt werden. Es liefert dem Team ein Feedback, baut Selbstvertrauen auf und ist ein starker Motivator. Wirkungsvoll Loben und kritisieren sind Pole, die sich ergänzen. Mit einem einzigen Lob können Sie ein Leben für immer positiv verändern.
Die Häufigkeit des Lobens ist nicht das Ausschlag gebende. Wichtig ist, dass die verbale Anerkennung unmissverständlich ist und so aufgefasst wird, wie sie gemeint ist. Deshalb sollten Sie Ihre Strategie des Lobens überprüfen und sich mit dem Thema bewusst auseinandersetzen. Oder kurz: Haben Sie Interesse an Menschen und deren Handlungen? Dann werden Sie sehen was lobenswert ist.
Viele Führungskräfte denken eher negativ über Ihre Mitarbeiter und finden wenig Aufhänger, Ihre Wertschätzung zu zeigen. Der Grund dafür: Sie beobachten Sie gar nicht hinreichend. Wenn jemand für Sie arbeitet, hat er immer auch positive Seiten und besondere Stärken. Es liegt an Ihnen, diese Stärken zu entdecken. Und schließlich können Sie nicht nur Ergebnisse loben, sondern auch Fortschritte. Loben Sie auch dann, wenn es auf anderen Gebieten nicht so gut läuft; Sie werden sehen, dass regelmäßiges, ehrliches Lob eine Aufwärtsspirale in Gang setzt.
Die wichtigsten Elemente des Lobens:
- Sagen Sie deutlich, was Ihnen gefallen hat. Benennen Sie die konkrete Situation bzw. das Ergebnis.
- Erläutern Sie, wo, wann und wie Ihnen das aufgefallen ist. Es ist wichtig, das Lob mit einer zeitlichen und räumlichen Komponente zu versehen. So wird es völlig konkret, z.B. „Der Bericht, den Sie in der vergangenen Woche bei der Sitzung im Vorstand präsentiert haben …“
- Begründen Sie, warum Ihnen die Lösung einer Aufgabe oder ein Ergebnis besonders gefallen hat und stellen Sie einen Bezug zu Ihrer eigenen Person her, z.B. „Ohne Ihre Mitarbeit wäre es mir nicht gelungen, das Projekt im vorgegebenen Zeitrahmen abzuliefern…“
- Ermutigen Sie den Mitarbeiter, das entsprechende Verhalten beizubehalten und gegebenenfalls auszubauen.
Wie ein Lob aufgenommen wird, hängt davon ab, wie sehr der andere Wert auf eine Anerkennung von Ihnen legt. Je anerkannter und bedeutender Sie für ihn sind, desto wertvoller wird die Würdigung ankommen. Wichtiger als Ihre Wortwahl ist die Emotion, mit der Sie sprechen; unpräzises Lob wirkt schnell wie billige Schmeichelei. Formulieren Sie einfach und direkt. Zeigen Sie Ihre Freude und unterstreichen Sie Ihre Wertschätzung eventuell mit einer kurzen Berührung.
Achten Sie beim Loben dennoch darauf, dass Sie nicht zu kumpelhaft werden. In der Führung ist es wichtig, dass Spiel um Nähe und Distanz zu beherrschen. Denn Nähe und Distanz sind wichtige Führungsinstrumente. Je besser Sie dieses Wechselspiel beherrschen, desto wirkungsvoller ist Ihr Lob. Die Qualität des Lobens wird durch die Qualität Ihrer Distanz noch intensiver. Überlegen Sie also auch genau, wann es an der Zeit ist, ein Lob auszusprechen, ohne Ihrem Mitarbeiter auf die Schulter zu klopfen. Denken Sie an den wichtigen Führungsgrundsatz: Nicht über die Nähe kommt man zur Leistung, sondern über die Leistung zur Nähe – wenn überhaupt.
So lernen Sie, richtig und wirkungsvoll zu loben:
- Beobachten Sie Ihre Mitarbeiter genau und finden Sie die Ergebnisse, die ein Lob wert sind.
- Trainieren Sie es, richtig und wertschätzend zu loben.
- Loben Sie nicht ins Blaue hinein. Durchdenken Sie, was Sie sagen möchten und beachten Sie wesentliche Elemente des richtigen Lobens.
- Bevor Sie sprechen, warten Sie, dass der Angesprochene aufschaut und Blickkontakt mit Ihnen aufnimmt.
- Ein Lob sollte ehrlich sein. Behandeln Sie den zu Lobenden nicht von oben herab und lügen Sie nicht.
- Loben Sie präzise, damit Ihre Anerkennung nicht als Schmeichelei oder unaufrichtig gewertet wird.
- Lassen Sie ein Lob immer für sich stehen. Auf keinen Fall dürfen Sie auf ein Lob eine Kritik folgen lassen oder den anderen um einen Gefallen bitten. Sprechen Sie das Lob aus und beenden Sie das Gespräch.
Nutzen Sie für Ihre Aussagen den Drei-Stufen-Plan. Mögliche Beispielformulierungen könnten sein:
- Ich möchte Ihnen sagen, wie gut mir gefallen hat, was Sie …
- Dort und dann ist es mir aufgefallen …
- Ich mag das besonders, denn …
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit dem richtigen Loben.
Viel Erfolg wünscht Ihnen
Ihr
Boris Grundl
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Boris GrundlBoris Grundl, 1965 am Rande des Schwarzwald geboren, hat eine Blitzkarriere als Führungskraft und Führungsexperte erreicht. Der mitreißende Kongress-Redner gehört zur Europas Trainerelite. Er ist Management-Trainer, Unternehmer, Autor sowie Inhaber der Grundl Leadership-Akademie. Sein Erfolgs-Geheimnis: Er perfektionierte die Kunst, sich selbst und andere auf höchstem Niveau zu führen. Zahlreiche Spitzen-Führungskräfte vertrauen der Akademie um Europas Leadership-Coach im Rollstuhl. Seine Referenzen bestätigen seine Ausnahmestellung. Keinem wird eine so hohe Authentizität und Tiefgründigkeit bescheinigt. Er redet Klartext, bleibt dabei stets humorvoll und bringt die Dinge präzise auf den Punkt. Kurze Rede – tiefer Sinn. Das Team der Grundl Leadership-Akademie befähigt Unternehmen, ihrer Führungsverantwortung gerecht zu werden. Aus der Praxis für die Praxis. Die Akademie macht mit der Menschenentwicklung dort weiter, wo die meisten Managementlehren aufhören. Menschen fördern – mit System. Weitere Informationen zur Boris Grundl auf http://www.grundl-akademie.de/
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Kommentar von burgstaller ernst | 13.05.2010
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